Künstlerportrait Albrecht Dürer – Revolutionär der Renaissance

Postkarten, bedruckt mit Werken von Albrecht Dürer auf einer farblich abgestimmten Papeterie zur Farbpalette des Künstlers

Heute führt unsere Zeitreise durch die Kunstgeschichte ganz schön weit zurück in die Vergangenheit. Ganze 551 Jahre, um genau zu sein. Denn am 21.05.1471 wurde Albrecht Dürer geboren. Der weite Weg lohnt sich – schließlich schauen wir hier auf das Leben und Werk eines echten Künstlergenies.


Wer war Albrecht Dürer?

Albrecht Dürer (1471-1528) war der bedeutendste deutsche Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker der Renaissance. Er fertigte über 1.000 Zeichnungen und Gemälde, 350 Holzschnitte, sowie über 100 Kupferstiche und Radierungen an. Der Nürnberger war ein Meister darin, die Natur detailliert und originalgetreu darzustellen. Er gilt als Wegbereiter und Verbreiter der Druckgrafik. Den Holzschnitt und Kupferstich führte er zur Perfektion.

Albrecht Dürer war auch ein Pionier der theoretischen Auseinandersetzung mit der Kunst. Er war einer der ersten, der sie nicht als bloßes Handwerk sah, sondern als gelehrtes Tun. Damit sollte er die Stellung von Kunst und Künstlern in der Geschichte maßgeblich verändern.


Leben

Frühe Jahre & erste Reise(n)

Albrecht Dürers gleichnamiger Vater zieht 1455 aus Ungarn nach Nürnberg, um dort als Goldschmied zu arbeiten. 11 Jahre später heiratet er die Tochter seines Meisters. Er und Barbara bekommen 18 Kinder, von denen nur drei überleben. Eines davon ist Albrecht Dürer, der am 21. Mai 1471 zur Welt kommt.

Albrecht beginnt zunächst eine Goldschmiedelehre in der Werkstatt seines Vaters. Geht dann aber beim Nürnberger Maler Michael Wolgemut in Ausbildung. Hier macht er auch seine ersten Erfahrungen mit dem Holzschnitt. Mit 19 Jahren begibt sich Dürer für vier Jahre auf Wanderschaft. Sie führt ihn an den Nieder- und Mittelrhein, nach Straßburg und Colmar sowie nach Basel und ist die erste von drei großen Reisen während seines Lebens.

Kurz nach seiner Rückkehr nach Nürnberg heiratet Dürer Agnes Frey. Ihre Ehe bleibt kinderlos. Nur drei Monate nach der Hochzeit soll Dürer zum ersten Mal nach Italien, in das Geburtsland der Renaissance, gereist sein. Die Route ist über die Gegend am Gardasee hinaus jedoch nicht belegt. 1497 macht er sich selbstständig und betreibt ab 1503 eine eigene Werkstatt in der Altstadt von Nürnberg.

Das „Selbstporträt im Alter von 26 Jahren“ malt Dürer 1498 mit Ölfarben auf Holz.

Albrecht Dürers Venedig-Reise

1505 reist Albrecht Dürer nach Venedig. Die großen Renaissancemaler wie Tizian und Giorione sind dort tätig. Besonders beeindruckt ist er von Giovanni Bellini. Dürer bekommt eine eigene Werkstatt in Venedig, um am Altarbild für die Bartholomäuskirche zu arbeiten.

Seine Werke genießen in Venedig und ganz Italien große Anerkennung, sodass ihm der Rat von Venedig ein gutes Jahresgehalt bietet, damit er sich dauerhaft in der Stadt niederlässt. Dürer lehnt jedoch ab und kehrt 1507 in seine Heimatstadt zurück. Seine mitgebrachten Erkenntnisse und Erfahrungen gibt er auch an andere Künstler weiter. Oft wird dies als Beginn der Renaissance nördlich der Alpen angesehen.

Übrigens: Die Renaissance
Die Kunstepoche der Renaissance hat vor allem im 15. und 16. Jahrhundert stattgefunden. Ausgangspunkt im späten 14. Jahrhundert und Zentrum war Italien, aus dem die berühmtesten Renaissancekünstler wie Leonardo da Vinci und Michelangelo stammen. Nördlich der Alpen gilt Albrecht Dürer als bedeutendster Künstler der Renaissancezeit.

Ziel der Renaissancekünstler war es, antike Kunst und Gedanken wiederzubeleben. Ihr Fokus lag auf der naturgetreuen Nachbildung von Menschen, Tieren und Gegenständen, denn sie sahen die Kunstwerke der Antike als perfekte Beispiele naturgemäßer Gestaltung an.

Die Renaissance war jedoch viel mehr als die Wiedergeburt der Antike. Motive und Ausdrucksformen wurden zwar aufgegriffen, aber eigenständig und kritisch weiterentwickelt. Kulturell war sie zum Beispiel gekennzeichnet durch die Befreiung aus kirchlicher, höfischer und mittelalterlicher Ordnung. Außerdem von der Aufhebung der schematischen Bildsprache des Mittelalters.


Zurück in Nürnberg

1509 wird Albrecht Dürer von der Stadt Nürnberg als Genannter des Großen Rats einberufen. Damit ist er in den folgenden Jahren maßgeblich an der Planung künstlerischer Projekte der Stadt beteiligt. Er wohnt und arbeitet in einem mächtigen Fachwerkhaus und veröffentlicht viele Kupferstich- und Holzschnittarbeiten.

Die „Große Passion“ ist ein Druckwerk von Albrecht Dürer, das er 1511 herausgibt. Das Buch erzählt den Leidensweg von Jesu Christi. Den eindrucksvollen Zyklus aus elf Grafiken + Titelblatt (Bild) hat Dürer im Holzschnitt ausgeführt.

Zu dieser Zeit entstehen in Nürnberg Dürers bedeutendste Werke, in denen sich sein meisterhaftes Können zeigt. Ab 1512 beginnt er auch wieder vermehrt zu Malen und fertigt zahlreiche Auftragsarbeiten, unter anderem für den Kaiser Maximilian I. an. Von 1515 bis 1518 konzentriert er sich auf die Erstellung von theoretischen Arbeiten. Zwei Jahre später begibt er sich mit seiner Frau auf seine dritte große Reise.


Reise in die Niederlande & Dürers letzte Jahre

Auf ihr will Dürer den Nachfolger des Kaisers treffen, um die Fortzahlung seiner Leibrente sicherzustellen. Über Bamberg, Frankfurt, Mainz und Köln reist er nach Antwerpen, da die Stadt zu dieser Zeit ein wichtiger Knotenpunkt des Kunsthandels ist. Schon auf dem Weg verkauft er einige seiner Werke. In den Niederlanden wird Dürer mit Bewunderung und Respekt überschüttet. Er verkehrt in besten Kreisen, sieht sich niederländische Kunstschätze an und schließt Bekanntschaften mit zahlreichen Kollegen.

In Antwerpen werden ihm ein hohes Jahresgehalt und viele weitere Privilegien versprochen, damit er dauerhaft in der Stadt bleibt. Trotzdem begibt sich Albrecht Dürer im Sommer 1521 auf die Heimreise nach Nürnberg. Dort widmet er sich wieder seiner künstlerischen Tätigkeit und leitet die Ausschmückung des Nürnberger Rathauses. Das Projekt war kurzzeitig das größte Wand- und Deckengemälde Europas. Zu den größten Werken Dürers zählen auch die vier lebensgroßen Apostelfiguren, die er 1526 in Nürnberg malt.

Nach ihrer Fertigstellung widmet sich Dürer vorwiegend seinen theoretischen Auseinandersetzungen mit der Kunst. Am 06. April 1528 verstirbt er im Alter von nur 56 Jahren. Mutmaßungen erzählen von Malaria, Fieber und Schmerzen in der Milz-Region. Eine belegbare Todesursache ist nicht bekannt.


Das künstlerische Werk von Albrecht Dürer

Zeichnungen & Gemälde

Bereits in seinem Frühwerk zeigt Dürer sein außergewöhnliches Talent für das Zeichnen. Seine Arbeiten begeistern mit großer Detailgenauigkeit und Feinheit. Entgegen dem üblichen spätmittelalterlichen Stil fertigt er unglaublich realistische Darstellungen an. In ihnen zeigt sich die renaissancehafte Klarheit, die sonst erst in den Werken italienischer Künstler zu sehen war. Neben dem Zeichnen widmet er sich der Malerei und arbeitet dabei hauptsächlich mit Aquarell- und Ölfarben.

Die „Drei Lindenbäume auf einer Wiese“ malt Albrecht Dürer 1494 mit Aquarellfarben.

Die Zeichnungen und Gemälde von Dürer umfassen auch eine große Zahl an Portraits und Selbstportraits. Mit seinen Selbstbildnissen verdeutlicht er den Wert der bildenden Kunst als intellektuelle Disziplin. 1515 fertigt er eine Kohlezeichnung seiner Mutter, zwei Monate vor ihrem Tod an. Sie ist das erste Portrait eines sterbenskranken Menschen. Seine Fähigkeit realistische Portraits anzufertigen, bringt ihm auch zahlreiche Auftragsarbeiten ein. Das Ölbild des Hieronymus Holzschuher von 1526 ist für viele das beste Bildnis Dürers. Das Portrait von Johannes Kleberger (ebenfalls 1526 mit Ölfarbe gemalt) erregt vor allem durch seine außergewöhnliche Darstellungsart Aufmerksamkeit.

Bilder v.l.n.r.: Bildnis des Hieronymus Holzschuher, Dürers Mutter, Bildnis des Johannes Kleberger.

Dürers Auftragsarbeiten umfassen außerdem viele Arbeiten mit religiösen Motiven – zum Beispiel für Kirchen – und Bilder für reiche Kaufleute. Er wird sogar leitend an verschiedenen Entwürfen und Ausführungen für den Kaiser Maximilian I. beteiligt.

Besonders berühmt werden Albrecht Dürers außergewöhnliche Naturstudien. Eine davon, die „Acht Studien von Wildblumen“, haben wir uns genauer angesehen und daraus die Farbpalette von Albrecht Dürer und eine frühlingshafte Papeterie abgeleitet.

Albrecht Dürers „Acht Studien von Wildblumen“ haben wir in eine farbenfrohe Papeterie zum Frühling übersetzt.

Holzschnitte & Kupferstiche

Schon früh erprobt Albrecht Dürer auch den Kupferstich. Die künstlerische Technik gilt als besonders schwierig, da das Motiv in eine Metalplatte geritzt wird. Jedes Ausrutschen kann die Platte unbrauchbar machen. Den Umgang mit Metall hat Albrecht Dürer jedoch schon in der Goldschmiede seines Vaters gelernt. Zudem ist er ein begnadeter Zeichner. Seine ersten datierten Arbeiten stammen aus der Zeit um 1496/1497. Eines davon ist „Der verlorene Sohn bei den Schweinen“.

Fun-Fact: Das Albrecht-Dürer-Schwein
Noch heute können wir in einigen Tierparks und Wildgehegen mittelalterliche Hausschweine sehen. Das verdanken wir Albrecht Dürer. In mehreren Werken hat er sie so wirklichkeitsgetreu darstellt, dass die ausgestorbenen Schweine auf Basis seiner Arbeiten zurückgezüchtet werden konnten. Die Rückzüchtung trägt deshalb den Namen Albrecht-Dürer-Schwein.

Den Holzschnitt befreit Dürer aus dem Dienst für die Buchillustration und erhebt ihn zum eigenständigen Kunstwerk. Er verfeinert ihn so weit, dass er einem gemalten Bild an die Seite gestellt werden kann. Besonders eindrucksvoll sind zum Beispiel seine Holzschnittfolgen „Apokalypse“ (1498), „Große Passion“ (1498-1510) und „Marienleben“ (1501-1511).

Kurze Zeit später erstellt Albrecht Dürer seine drei als Meisterstiche weltberühmten Kupferstichwerke (Bilder v.l.n.r.): „Ritter, Tod und Teufel“ (1513), „Der heilige Hieronymus im Gehäus“ (1514) und „Melencolia I“ (1514). Mit ihnen wird er in ganz Europa bekannt.

Unglaublich detailliert erwecken die Werke ihre Motive geradezu zum Leben und üben eine bis dahin unerreichte Faszination aus. In ihrer Ausführung bleiben die Kupferstiche von Albrecht Dürer für viele Kunstexpert:innen bis heute unerreicht.


Kunsttheorie

Ab ca. 1515 konzentriert sich Albrecht Dürer besonders auf die theoretische Auseinandersetzung mit der Kunst. Er beschäftigt sich mit wissenschaftlichen Themen und veröffentlicht Abhandlungen, die er mit zahlreichen Illustrationen füttert.

Die Geometrie hält er für sehr wichtig, um harmonische Kunstwerke zu erstellen. Deshalb ist er der Meinung, dass sie allen jungen Künstlern beigebracht werden soll. 1525 erscheint in Nürnberg ein Lehrbuch zur Geometrie und Mathematik von Dürer. Auch zum Perspektivproblem in der Malerei und zur Befestigung von Städten veröffentlicht er eigene Werke.

Besonders detailliert beschäftigt sich Dürer mit dem idealen Körperbild. Bis zu seinem Tod arbeitet er an der perfekten Darstellung von menschlichen Proportionen. Seine „Vier Bücher von menschlicher Proportion“ lässt seine Frau 1528 kurz nach Albrecht Dürers Tod veröffentlichen. Sie enthalten Regeln für die mathematische Berechenbarkeit von idealen Körpern. Neben den Schriften von Leonardo da Vinci sind sie das ausführlichste Zeugnis der Kunstauffassung in der Renaissance. Nicht zuletzt deshalb gilt Dürer als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte.


Visionär seiner Zeit

Albrecht Dürer war in vielerlei Hinsicht ein Genie und ging auf unterschiedliche Weise in die (Kunst-)Geschichte ein. Ein paar Beispiele haben wir für Euch zusammengestellt:


Erstes Selbstbildnis eines Kindes

Das „Selbstbildnis als Dreizehnjähriger“ (1484) befindet sich heute in der Sammlung der Albertina in Wien.

Die älteste erhaltene Zeichnung von Albrecht Dürer zeigt ihn selbst als dreizehnjährigen Jungen. Das Bild ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Es ist die älteste Kinderzeichnung Europas und auch das erste Selbstbildnis eines Kindes in der Geschichte. Besonders ist auch der Detailgrad mit dem der junge Albrecht das Bildnis aus dem Spiegel zeichnet. Zudem hat er sich direkt an eine der schwierigsten Zeichentechniken in dieser Zeit gewagt. Er zeichnet sich mit dem Silberstift. Damit sind kaum Korrekturen möglich, es kann nicht radiert und retuschiert werden. Das Bild ist der Beweis seines frühen und sehr großen Talents.


Naturstudien auf einem neuen Level

Mit dem Aquarell „Feldhase“ hat Albrecht Dürer ein Meisterwerk der deutschen Renaissancekunst geschaffen.

Zwar wurde Dürer als Grafiker am bekanntesten, er hatte aber vor allem ein außerordentliches Talent zum Malen und Zeichnen. Seine Fähigkeit zur realistischen Darstellung macht ihn zu einem Meister der renaissancehaften Klarheit im künstlerischen Ausdruck. Seine bekannteste Naturstudie, der „Feldhase“ von 1502, zeigt sein Können als exakter Beobachter der Natur. Nie zuvor hatte jemand so ein Tier gemalt. Es liegt wie auf dem Seziertisch vor den Betrachter:innen. Materialität und Glanz des Fells werden unglaublich anschaulich wiedergegeben. Der Dürer-Hase und Werke wie „Betende Hände“ (1508, eigentlich nur als Detailstudie für ein großes Altarbild gedacht) und „Der Flügel einer Blauracke (vermutlich 1512) stehen für feinste Pinselstriche, höchste Detailtreue und Perfektion.


Erfinder der Aktzeichnung

Bilder: „Badefrau“ (links) und „Selbstporträt als Akt“ (rechts).

Dürer will festhalten, was die Welt ihm bietet und er war fasziniert vom menschlichen Körper. Dabei zögert er auch nicht, die Grenzen des Erlaubten zu überschreiten. Mit der sogenannten „Badefrau“ schafft er 1493 das wohl erste nach einem lebenden Vorbild gezeichnete Nacktportrait. Die Darstellung nackter Körper wurde zu dieser Zeit nur in einem erzählerischen Zusammenhang, zum Beispiel in religiösen Motiven, geduldet. Dürer jedoch zeichnet den Akt an sich, ohne ihn sittenhaft in einen Kontext einzubinden. Auch sein „Selbstporträt als Akt“ (zwischen 1500 und 1512) nutzt er als Mittel, um den menschlichen Körper zu studieren.


Wegbereiter der Reproduktionsgrafik

Albrecht Dürers „Rhinoceros“ (Holzschnitt, 1515).

Wie Dürer es schafft sein Auskommen zu sichern, ist für seine Zeit visionär. Mit dem Vertrieb von druckgrafischen Reproduktionen vervielfältigt er seine Werke. Sein vielleicht größter Clou: Das Rhinocerus. Den Holzschnitt fertigt Albrecht Dürer 1515 an. Er zeigt eine beeindruckend detailgetreue Darstellung eines aus Indien stammenden Panzernashorns, das per Schiff auf die Reise nach Europa geschickt wurde. Dürer selbst hat das Nashorn nie zu Gesicht bekommen. Er fertigt den Holzschnitt nur nach einer Beschreibung und der Skizze eines Unbekannten. Das Motiv ist eine Sensation und Dürer verkauft etwa 4.500 Druckexemplare. Den Vertrieb übernimmt seine Frau Agnes und Dürer wird einer der ersten Künstler, der für die Masse produziert.

Mit seinen Grafiken, die er später im Verlag herausgibt und im Buchhandel vertreibt, erwirbt er ein außergewöhnliches Vermögen. Sein Ruf verbreitet sich überall, mit knapp 50 Jahren ist er weltbekannt. Viele ranghafte Maler beginnen nach seinem Vorbild ebenfalls damit, das relativ neue Medium zu nutzen. Die Verbreitung von druckgrafischen Blättern führt nun dazu, dass sich künstlerische Entwicklungen schnell und flächendeckend in Europa verbreiten können.

Albrecht Dürers „Betende Hände“ sind bis heute eines der am häufigsten reproduzierten Motive überhaupt. Sie finden sich etwa auf unzähligen Grabsteinen, darunter auch (seitenverkehrt 😉) auf dem von Andy Warhol.


Meister der Selbstvermarktung

Bilder: „Das Rosenkranzfest“ (links) und „Dürer Monogramme“ (rechts).

Dank der Außergewöhnlichkeit seiner Kunst und ihrer Verbreitung durch die Druckgrafiken, ist Albrecht Dürer einer der ersten Künstler mit Anhängern, Bewunderern und Nachahmern. Außerdem betreibt er ziemlich einfallsreiches Marketing: Er nutzt seine Werke für Selbstauftritte. Zum Beispiel das Altarbild „Das Rosenkranzfest“, welches er für deutsche Kaufmänner in Venedig malt. Neben Maria mit dem Jesuskind, Papst und Kaiser platziert er sich selbst am Rand des Gemäldes. Er malt sich mit einem Zettel in der Hand auf dem er verkündet: „In nur fünf Monaten habe ich, der deutsche Albrecht Dürer, dies 1506 geschaffen.“

Die Idee, sein Werk mit seinem Schöpfer zu verbinden, verfolgt er auch, indem er es signiert. Dabei reicht ihm ein klassischer Schriftzug nicht als Unterschrift. Aus seinen Initialen entwirft Dürer ein Monogramm, das in der Zukunft oft als erstes Logo der Geschichte bezeichnet wird. Er macht sich selbst zur Marke. Das Monogramm platziert er unterschiedlich, mal auf einem Buch, auf einer Truhe, oder auf einer Mauer in seinen Bildern. So wird es Teil seiner Werke. Albrecht Dürer wusste, wie er Aufmerksamkeit erreicht. Auch in der Vermarktung seiner Kunst war er ein Visionär.


Ihr möchtet noch tiefer in Albrecht Dürers Welt eintauchen?

Hier kommen ein paar Empfehlungen für Euch:

Museumstipp – Das Albrecht-Dürer-Haus

Das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg ist etwas ganz Besonderes: Es ist das einzige, vorwiegend original erhaltene Künstlerhaus der Renaissance im nördlichen Europa. Die Räume, in denen Dürer lebte und arbeitete, schaffen eine unglaublich authentische Atmosphäre. In Wechselausstellungen werden die Bestände der städtischen Kunstsammlungen gezeigt. Besonders originell sind die Führungen von Agnes Dürer (dargestellt von einer Schauspielerin) durch ihr Haus, bei denen sie bisher wenig Bekanntes aus ihrem und dem Leben ihres Mannes zu berichtet. Weitere Infos findet Ihr auf der Webseite des Albrecht-Dürer-Hauses.

Veranstaltungstipp – Drucken wie in Dürers Zeiten

Jeden Mittwoch um 14:00 Uhr zeigt die Künstlerin Sophia Fränkl eine Druckvorführung im Albrecht-Dürer-Haus. In ihren Werkstatträumen erklärt sie, wie Kupferstiche und Holzstiche entstehen. Ihr erfahrt, wie Dürer gearbeitet hat und könnt sogar selbst an einer Hochdruckpresse Hand anlegen. Nach einer Zeichnung von Dürer könnt Ihr Drucke nach seiner Art anfertigen und auch der Künstlerin bei der Umsetzung eigener Kupferstiche über die Schulter schauen. Hier erfahrt Ihr mehr.

Ausflugstipp – Kupferstichkabinett

Viele Museen verfügen über ein Kupferstichkabinett. Entgegen ihrem Namen zeigen diese Spezialsammlungen nicht nur Kupferstiche, sondern Kunst aus der gesamten Welt der druckgrafischen Verfahren. Recherchiert doch mal, welches Museum in Eurer Nähe ein Kupferstichkabinett betreibt.

Das größte Museum der grafischen Künste in Deutschland ist das Kupferstichkabinett Berlin im Staatlichen Museum der Hauptstadt. Eine zweite wichtige Sammlung von Druckkunst ist in der Albertina in Wien beheimatet und für uns an dieser Stelle besonders interessant: Das Kunstmuseum besitzt die meisten Dürer Werke weltweit. Zum Beispiel das „Selbstbildnis als Dreizehnjähriger“, den „Feldhasen“ und „Betende Hände“. Weil die Kunstwerke sehr lichtempfindlich sind, werden sie nicht dauerhaft, sondern im Rahmen von Sonderausstellungen gezeigt.

DIY-Tipp – Der Tetrapak-Druck

Für den DIY Tiefdruck mit Tetra Paks benötigt man nur wenige Dinge, die fast in jedem Haushalt vorhanden sind.

Eine moderne und kinderleichte Variante des Tiefdrucks ist der Tetrapak Druck. In unserem DIY-Beitrag erklären wir Euch, wie Ihr mit dem Tetrapak-Druck kreatives Upcycling betreiben könnt und die unkomplizierte Drucktechnik künstlerisch zuhause anwendet. Klickt doch mal rein!


Euch hat das Künstlerportrait zu Albrecht Dürer gefallen? Dann schaut doch gern in die Beiträge zu den anderen Künstlern, die wir schon vorgestellt haben:

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