Tag des Bleistifts – Unser (Rück-) Blick auf den 30. März und ein genial simples Meisterwerk

Bleistift mit typischer gelb schwarzer Lackierung

Der Bleistift. Eine Mine aus Graphit, darum eine Hülle aus Holz. Dieses Schreibwerkzeug ist gleichermaßen simpel wie großartig. Am 30. März wurde der Tag des Bleistifts gefeiert. Wo und wann der Bleistift geboren wurde ist nicht ganz eindeutig zu klären. Für Euch gehen wir der Geschichte aber auch dem Reiz des Bleistifts auf den Grund. Viel Spaß mit unserem Rückblick auf den Tag des Bleistifts!

Wie häufig bei großen Erfindungen, wirken daran mehrere Persönlichkeiten mit und entwickeln und verfeinern Ideen in einer gemeinsamen Zeitspanne. Hier sind ein paar Daten und Fakten zu unterschiedlichen, wichtigen Entwicklungen des Schreibgeräts.

Die Geschichte des Bleistifts

Die Definition: Es handelt sich um ein Schreibgerät mit einer Mine. Diese Mine ist in einem Holzschaft eingebettet. Bei Druckbleistiften oder Fallminenstiften sind sie in einem Kunststoff- bzw. Metallmantel untergebracht.

Seinen Namen hat der Bleistift von dem früher verwendeten Bleigriffel. Hier wurden tatsächlich Spitzen aus echtem Blei verwendet. Berichte über die Nutzung von solchen Griffeln mit Bleispitzen gehen zurück bis in die Antike.

Anfang des 16. Jahrhunderts sollen englische Schäfer in einer Mine in Cumberland ein Mineral entdeckt haben. Mit den dunklen Klumpen ließen sich die Schafe markieren. Aufgrund seines Aussehens und seiner Härte wurde das Gestein aber für Blei gehalten.

Erst gegen Ende des 18. Jahrhundert konnte bewiesen werden, dass es sich dabei um eine neue Substanz handelte – Graphit. Da das Graphit aber nicht nur Schafe und andere Maluntergründe färbte, sondern auch die eigenen Finger, wurde das Material mit einer Hülle umgeben. Anfangs wickelte man Schnüre darum, später wurde Holz verwendet.


Woraus bestehen die Bleistiftminen?

Der Wiener Joseph Hardtmuth vermischte 1790 erstmals Graphitstaub mit dunklem Ton und Wasser und brannte die Mischung in einem Ofen. Er fand heraus, dass sich mit dem Variieren des Tonanteils der Härtegrad verändern ließ. Während die sehr weichen Sorten einen Tonanteil von 30 % aufweisen, steigt der Anteil bei den harten Sorten auf bis zu 80 %.

Joseph Hardtmuth war der Begründer des österreichischen Unternehmens Koh-i-Noor Hardtmuth

Übrigens: Koh-i-Noor ist persisch und bedeutet „Berg von Licht“. Die Bezeichnung geht auf den berühmten Koh-i-Noor-Diamanten zurück.

Sein Enkel Friedrich von Hardtmuth konnte diese bahnbrechende Erfindung noch verfeinern. Im Jahr 1889 gab es dann den Koh-i-noor-Stift mit insgesamt 17 Härtegraden.


Gespitzte Bleistifte

Dem Nationalstolz Napoleons ist es zu verdanken, dass 1795 ein Franzose namens Nicolas-Jacques Conté ein Verfahren entdeckte, mit dem auch unreines Graphit für die Bleistiftminen verwendet werden konnte. Conté pulverisierte das abgebaute Material. Anschließend schlämmte er den Graphit aus. Auch er entdeckte zu einem späteren Zeitpunkt unabhängig von Hardtmuth die verschiedenen Härtegrade.

Hardtmuth und Conté legten mit ihren Erkenntnissen so den Grundstein für den Erfolg des modernen Bleistifts. Und damit auch die Basis für den Erfolg von deutschen Traditionsunternehmen wie Faber-Castell, Schwan-Stabilo und Staedtler.

1830 war es der Amerikaner Joseph Dixon, der als einer der ersten eine Maschine für die Produktion der Bleistifte entwickelte. Er war der Vater der Idee, die Graphitminen in Holzbrettchen zu leimen. Bis heute haben die meisten Bleistifte einen Holzmantel. Das Rohmaterial in Form von kleinen Brettern muss mehrere Monate lagern. So stellt man sicher, dass das Holz absolut trocken ist. Anschließend werden Rillen in die kleinen Bretter gefräst und die Minen hinein platziert. Ein zweites Brettchen wird mit dem ersten verleimt und alles wird gepresst. Zum Schluss schält ein Hobelautomat daraus schließlich den Bleistift-Rohling. Nach dem Überzug mit Lack, dem Bestempeln und Anspitzen ist der Bleistift dann fertig.

Ein großer Vorteil von Bleistiften: man kann das Geschrieben oder Gezeichnete ausradieren. Dafür wurden früher sogar Brotkrumen genutzt. Über die Zeit hat das Mittel der Wahl dafür zu Bimsstein und schließlich zum heute gebräuchlichen Radiergummi gewechselt.


Bleistifte unterschiedlicher Hersteller

Am 30. März reichte der US-Schreibwarenhändler Hymen Lipman das Patent für den integrierten Radierer am Ende des Stifts ein. Dieses Ereignis ist der historische Bezugspunkt für den heutigen Tag des Bleistifts.

Bleistifte werden je nach Härtegrad für künstlerisches Skizzieren und Zeichnen, zum Stenografieren oder für Notizen verwendet. Und das seit der Entdeckung bis heute.


Druckbleistiften in unterschiedlichen Stärken

Härtegrade und Verwendungszwecke von Bleistiften

Bleistifte mit verschiedenen Härtegraden der Marke Koh-i-Noor Hardtmuth
Koh-i-Noor Hardtmuth Bleistifte mit verschiedenen Härtegraden

9h – 6h extrem hart Lithografie, Kartografie, Xylografie
5H – 3H sehr hart technisch detaillierte Zeichnungen und Pläne
2H – H    hart technische und mathematische Zeichnungen
HB mittel Schreiben, Zeichnen
B – 3B  weich Freihandskizzen, Scribbles
4B – 9B  sehr weich künstlerische Skizzen, Entwürfe, Zeichnungen

Grundsätzlich gilt, je weicher der Bleistift ist, desto höher ist der Graphitanteil und desto dunkler und glatter ist der Strich. Je härter der Bleistift ist, umso höher ist der Tonanteil. Der Strich wird dadurch heller und feiner.


Mit welchem Bleistift Härtegrad anfangen?

Natürlich gibt es keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, welcher Härtegrad der beste ist. Es kommt ganz darauf an, was ihr mit dem Bleistift machen möchtet. Unsere Tabelle oben gibt Euch schon einen Hinweis, welchen Härtegrad Ihr für welche Zwecke einsetzen könnt.

Wenn es um das Zeichnen und skizzieren geht, haben wir folgende Empfehlung für Euch. Nutzt am Anfang nur drei Härtegrade: HB, 2B und 5B. Mit dem HB Bleistift gehen Euch helle, leichte Striche einfach von der Hand. Er lässt sich außerdem sehr gut radieren. Mit 2B schafft ihr Tiefe und Kontrast in Euren Zeichnungen, da der Bleistift schon einen wesentlich höheren Graphitanteil hat. Achtet im Farbauftrag und dem Druck des Stiftes aber darauf, dass Euer Bild nicht zu schwarz wird.

Der 5B Bleistift hat eine dickere und deutlich weichere Mine. Er ist für dunklen Fläche die beste Wahl und lässt sich sehr gut verwischen.

Und wenn es nur ein Bleistift sein soll? Dann versucht es mit dem Bleistift 2B!


Bleistifthärtegrade Vergleich auf Skizzenpapier
Bleistifte in den Härtegraden HB, 2B und 5B im Vergleich.

Welches Papier für Bleistiftzeichnungen?

Das passende Papier für Eure Bleistiftskizzen findet Ihr natürlich bei Papier Direkt. Das Luma Skizzenpapier im Format A4 ist unsere Empfehlung für Euch! Das hochwertige Zeichenpapier wurde von Profis mit verschiedenen Medien getestet und ist bestens geeignet für das Zeichnen mit Bleistiften. Die leicht gekörnte und matte Oberfläche des 90 g/m² Papiers bietet einen ausgezeichneten Abrieb und ein sehr gutes Radierverhalten. Ihr könnt darauf verschiedene Techniken wie Schraffieren, Schummern und Wischen anwenden. Graustufen sowie Bleistiftschattierungen können sehr weich ausgearbeitet werden und die Stifte gleiten beim Zeichnen gut über das Blatt.


Bleistiftskizze auf Luma Skizzenpapier
Bleistiftzeichnung auf Luma Skizzenpapier

Künstler und ihre Bleistifte

Der Bleistift ist für die Entstehung großer Kunstwerke ein elementares Werkzeug. Er steht für die Arbeit im Prozess. Sein Strich ist weniger endgültig als der von Feder und Pinsel. Der Bleistift schüchtert nicht ein, sondern ist williger Begleiter bei der Eroberung des weißen Blattes.

Zu seinen Fans gehören weltbekannte Künstler wie van Gogh, Picasso, Joseph Beuys und Neo Rauch, Dichter wie Goethe und Grass und Architekten wie Norman Foster. Aber natürlich endet diese Liste nicht dort. Der Bleistift ist eines der grundlegendsten Schreibwerkzeuge der letzten Jahrhunderte und es gibt vermutlich keinen Künstler, der nicht schon damit gearbeitet und eine eigene Beziehung zum Bleistift entwickelt hat.


Kunst aus Bleistiften

Aber Kunst kann nicht nur durch Bleistifte entstehen, sie kann auch aus Bleistiften entstehen.

Mit einer schier unmenschlichen Menge an Geduld ausgestattet, widmen sich verschiedene Künstler dem Bleistift als Kunstobjekt. Sie schnitzen aus den Minen des Bleistifts beispielsweise kleine Skulpturen, der Holzkorpus des Stifts wird dabei zur Bühne. Ein paar Einblicke in diese Miniaturkunstwerke geben wir Euch hier:

Wir hoffen, Euch hat unser Blick auf den Bleistift gefallen. Der Tag des Bleistifts ist für uns die Gelegenheit, dieses tolle Schreib- und Zeichenwerkzeug in diesen Tagen mit mehr Bewunderung in die Hand zu nehmen.

Wenn Ihr noch mehr Infos über den Bleistift sucht, schaut Euch auch einmal diesen kompakten TED-Talk an:

Habt Ihr den perfekten Bleistift für Euch schon gefunden? Schreibt uns in die Kommentare oder auf Instagram, welcher Bleistift bei Euch immer dabei ist.

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