Mixed Media – Grenzenlos kreativ sein!

Mixed Media Einstieg Titelbild mit Werkzeugen, Farben und Kunstwerken

Wir möchten mit Euch die grenzenlose Welt der Mixed Media Kunst erkunden. Hier treffen Zeichnungen auf Malereien, Farbschichten und Texturen auf Collagen und Drucktechniken, Künstlermaterialien auf Alltagsgegenstände. Mixed Media eröffnet einen nahezu uneingeschränkten Gestaltungsspielraum. Es ist eine Kunstform, die keinen starren Regeln folgt. Vielmehr ist sie ein wunderbarer Weg, Euer Kunstvokabular zu erweitern, indem Ihr bekannte Malmittel und vorhandene Fertigkeiten und Vorlieben mit neuen Elementen kombiniert.

Taucht mit uns ein in einen schier endlosen Ozean aus Gestaltungsmöglichkeiten. Facettenreich, fast unergründlich, fließend, immer in Bewegung und gleichzeitig so beruhigend. Ein Thema, bei dem es sich lohnt, immer wieder hinzusehen – besonders auch in der nächsten Zeit hier im Papier Direkt Blog. 🙂

In diesem Beitrag erfahrt Ihr, was Mixed Media Kunst ist und was sie ausmacht. Nach einem kurzen Abstecher in die Kunstgeschichte, geben wir Euch erste Ideen für die Malmittel- und Materialfindung an die Hand. Ihr erfahrt auch, welche Papiere sich gut als Malgrund eignen, bevor wir Euch mit fünf konkreten Tipps für den Mixed Media Einstieg in die Praxis entlassen. Seid Ihr bereit für grenzenlose Kreativität im neuen Jahr?


Was ist Mixed Media?

Mixed Media steht für die Verwendung unterschiedlicher Medien bei der Erstellung eines Werkes. Der Name der Kunstform setzt sich zusammen aus den Begriffen Mixed (gemischt) und Media (Medium oder Material).

Das einzelne künstlerische Medium wird nicht für sich allein eingesetzt, sondern als Element verwendet. Wenn Ihr also zum Beispiel Acrylfarben und Pastellkreide mit Collagepapieren und Stempeltechniken einsetzt, fusionieren die einzelnen Elemente zu einem Mixed Media Kunstwerk. Aber auch indem Ihr nasse und trockene Medien kombiniert, schafft Ihr bereits Mixed Media Kunst. Das Vermischen von Malerei und Zeichnung ist eine gängige Mixed Media Technik. Die Kombination von Kohlezeichnung und Ölfarben ist zum Beispiel besonders wirkungsvoll, genauso wie das Schichten von Wasser- und Ölfarben.

Holzspieße als Mixed Media Werkzeug
Das Experimentieren mit Mixed Media Materialien und Techniken ist ein wunderbarer Weg, um Euer Kunstvokabular zu erweitern.

Mixed Media Kunst ist nicht zu verwechseln mit dem Collagieren. Auch wenn Collagetechniken oft Anwendung finden, werden sie in Mixed Media Werken immer noch ergänzt, zum Beispiel durch Malerei. Der Begriff ist auch abzugrenzen von der Mischtechnik (in der Ölmalerei) und der Multimedia-Kunst, die nicht-visuelle Elemente wie Video und Ton enthält.

Mixed Media Werke lassen sich oft der abstrakten Kunst zuordnen. Meistens bestehen sie aus mehreren Lagen, können durch den Einsatz von 3D-Materialen plastisch sein und bieten oft auch ein haptisches Erlebnis. Als Maluntergrund können neben Papier auch Leinwände, Holz, Metallplatten und andere Hintergründe eingesetzt werden.


Geschichte

Die Kunstform Mixed Media ist vergleichsweise jung. Die ersten Werke, die ihr zugeordnet werden, entstanden im frühen 20. Jahrhundert. Die Kubisten und Pioniere der Collagetechnik Georges Braque und Pablo Picasso begannen damit, alltägliche Materialien und Objekte auf ihre Leinwände einzufügen. 1912 fertigte Picasso sein erstes Mixed Media Werk „Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht“, in dem er Alltagsgegenstände mit konventionellen Kunstmitteln vereinte.

Nach und nach entdeckten weitere Künstler die Technik für sich und lösten sich von der Beschränkung auf Malerei und Zeichnung. Besonders während der Weltwirtschaftskrise verbreitete sich die Kunstform weiter. Nach dem Krieg sind Jasper Johns und Robert Rauschenberg nur zwei von vielen Künstlern, die mit Mixed Media arbeiteten. Surrealisten, abstrakte Expressionisten und Pop-Art-Künstler sprangen auf den Zug auf und erweiterten so das Kunstvokabular. Mit immer neuen Materialien und Techniken ist Mixed Media bis heute eine sich ständig weiterentwickelnde Gestaltungsrichtung.


Materialien & Techniken

Nach der Klärung der Begrifflichkeiten und dem Abstecher in die Kunstgeschichte, interessiert uns aber vor allem eins, oder? Die kreative Praxis. Ihr fragt Euch, welche Materialien und Techniken Ihr für Mixed Media verwenden könnt? Die Antwort ist so weitreichend, wie einfach: Alles, was Euch in den Sinn kommt. Ihr könnt Acryl-, Öl- oder Aquarellmalereien mit Zeichnungen, Collagetechniken und Druckverfahren kombinieren. Stempelkunst und Spachteltechniken sind genauso möglich, wie der Einbezug von Alltagsgegenständen und Naturmaterialien.


Hier ein paar Ideen zur Inspiration:

Malutensilien:z. B. Gouache, Acrylfarben, Ölfarben, Aquarellfarben, Kohle, Pastellkreide, Zeichenstifte, Wachsmalstifte, Marker, Pinsel, Feder und Tusche
Alltagsgegenstände:z. B. Münzen, Nadel und Faden, Malerrollen, Abstreifgitter, Luftpolsterfolie, Küchenschwamm, Zahnbürste
Naturmaterialien:z. B. getrocknete Blätter, Gräser und Blüten, Sand, Kies, Federn, Baumrinde, Stöcke, Ahornsamen, Moos, Muscheln
Papiererzeugnisse:z. B. Strukturierte und farbige Papiere, Transparentpapier, Zeitungen, Magazine, alte Bücher, Fotos, Servietten, Seidenpapier, Krepppapier
Bastelmaterial:z. B. Schablonen, Perlen, Stempel, Filz, Stoffreste, Moosgummi, Kleber
Künstlermaterialien:z. B. Strukturpasten, Grundierungen, Art Stencils, Gelplatten, Glitter, Folien
Sonstiges:z. B. Wachs, Draht, Leder, Kaffeesatz, Watte, Knöpfe

Wie bei kaum einem anderen Kreativprozess ist bei Mixed Media ganz oft der Weg das Ziel: Das Ausprobieren und Kombinieren von Techniken und Materialien führt oft zu zufälligen Ergebnissen, die mit einem festen Plan im Kopf nie entstanden wären.

Was bei der Vielzahl an Möglichkeiten ein roter Faden sein kann, ist vor Beginn eine konkrete Auswahl an Farben, Tools und Materialien zusammen zustellen. So unterbrecht Ihr Euren kreativen Flow nicht mit zu vielen Überlegungen, was Ihr benutzen möchtet.

Und was braucht es sonst noch? Wenn Ihr viel Farbe verwendet und verschiedenste Materialien einsetzt, kann das Euren Untergrund ziemlich beanspruchen. Manchmal ist es dann empfehlenswert ihn zu grundieren. Mit Gesso könnt Ihr dünneren Papieren mehr Stabilität verleihen oder wenn gewünscht Euren Untergrund versiegeln. Es gibt auch verschiedene Finishing Produkte für Mixed Media, die Ihr nach Abschluss des Projekts zum Schutz auf Euer Werk auftragen könnt.


Das richtige Papier für Mixed Media

Da bei Mixed Media oft geklebt wird und Farben gerne mehrschichtig aufgetragen werden, ist ein robuster Malgrund besonders wichtig. Je mehr Ihr darauf arbeitet, solltet Ihr in jedem Fall ein starkes und aufnahmefähiges Papier wählen.

Kartenset Mixed Media und Marker Papier

Wenn Ihr ein kleines Format sucht, auf dem viel Variation möglich ist, dann ist das Kartenset eine gute Wahl für Eure Projekte.

Das Kartenset Mixed Media und Marker enthält 10 Klappkarten aus 300 g/m² Mixed Media Karton und 10 Klappkarten aus 180 g/m² Marker Karton im beliebten DIN B6 Format. Auf den Mixed Media Karten könnt Ihr alles von Aquarellfarben und Gouache, über Acyrl und Airbrush, bis hin zu Buntstiften, Kohle, Markern und Pastellkreiden nutzen. Die Markerkarten eignen sich zum Beispiel toll zum Zeichnen weicher Verläufe, Schattierungen und Schraffierungen. Verwenden könnt Ihr hierfür zum Beispiel wasser- und alkoholbasierte Marker, Bleistifte, Buntstifte, sowie Feder und Tinte. Zu den Karten erhaltet Ihr eine handverlesene Auswahl an passenden Umschlägen, unter anderem in trendigen Colorplan Farben, aus Graspapier, sowie in zarten Rosa- und Vanilletönen.  

Luma Mixed Media Papier

Ihr möchtet genauso frei in der Wahl Eurer Malmittel sein, aber lieber ein A4 oder A3 Format nutzen? Dann empfehlen wir Euch das Luma Mixed Media Papier. Das strukturierte, weiße Künstlerpapier hat eine Grammatur von 300 g/m². Die körnige Oberfläche der Vorderseite bietet eine gute Grundlage für viele Trocken- und Nasstechniken. Schon mit wenigen Farbschichten erzielt Ihr ein sattes, leuchtendes Farbergebnis. Auch einen sehr üppigen Farbauftrag steckt das Mixed Media Papier locker weg. Die glatte Rückseite lässt sich zum Beispiel toll für Letterings mit Blendings nutzen.

Luma Aquarell Papier

Für sehr nasses Arbeiten wählt Ihr am besten ein Papier mit großer Saugfähigkeit, das so feuchtigkeitsbeständig ist, dass die Struktur erhalten bleibt und sich keine Papierfasern ablösen. Auf dem Luma Aquarell Papier (in DIN A3 und A4 erhältlich) könnt Ihr problemlos längere Zeit nass arbeiten, ohne dass die Oberfläche Schaden nimmt. Es nimmt Aquarellfarben optimal an und bei angefeuchteter Oberfläche ergibt sich ein sauberes Ineinanderlaufen der Farben. Die Körnung unterstützt besondere Farbeffekte, die für Aquarell typischen Zufälligkeiten und eine reliefartige Wirkung. Ihr könnt auf dem Papier auch mit Gouache, Tempera oder Airbrush arbeiten. Multiliner und Outliner, Feder und Tusche, sowie Acrylic Marker und das Vorskizzieren mit Bleistift funktionieren ebenfalls gut.

Quadratische Aquarellkarten

Die quadratischen Aquarellkarten bieten ein attraktives, modernes Format neben den klassischen Hochdoppelt-Karten.

Wenn Ihr ein kleineres (Karten-)format für Nasstechniken sucht, dann schaut Euch mal bei unseren Aquarellkarten um. Die Blanko-Klappkarten sind aus gekörntem 300 g/m² Aquarellpapier gefertigt und garantieren einen robusten Malgrund. Die Filzmarkierung entspricht einem kalt gepressten (cold pressed) Aquarellpapier. Die glattere Innenseite der Karten könnt Ihr mit Trockentechniken gestalten und beschriften.


5 Tipps für den Mixed Media Einstieg

Mixed Media ist eine Kunstform, die Euch keine Einschränkungen auferlegt. Und Ihr könnt einfach mit dem, was Euch zur Verfügung steht, starten. Zugegeben, wie so oft kann diese Freiheit ebenso ein Hindernis sein. Auch wenn es scheint, dass bei Mixed Media Kunst alles möglich ist – für einen gelingenden Start empfehlen wir Euch diese fünf grundsätzlichen Dinge:

Alles am Arbeitsplatz

Sammelt Euer gesamtes Material an einem Ort, damit es immer leicht zu finden und einsatzbereit ist, wenn Ihr Lust bekommt, kreativ zu werden. Von Farben, über Papiere und Collagenmaterial, Knöpfe und Drähte, Schwämme und Spachteln, bis hin zu Fundstücken aus dem Alltag und der Natur… Mixed Media lebt von dem bunten Potpourri an Dingen, die Ihr in Euren Werken einsetzt. Wenn Ihr alles erst einzeln zusammensuchen müsst, dauert das oft lang und der kreative Drang ist verflogen.

Bevor Ihr loslegt, legt Euch alles sichtbar an Eurem Mixed Media Arbeitsplatz bereit. So habt Ihr einen Überblick über Euren Fundus.

Zerbrecht Euch aber nicht den Kopf über die Auswahl Eurer Malmittel und die möglichen Materialkombinationen. Das Schönste an der Arbeit mit Mixed Media ist das Experimentieren.

Bonustipp: Wenn Ihr Technik- und Materialkombinationen gefunden habt, die für Euch toll funktioniert haben, notiert sie Euch. So könnt Ihr in Zukunft auf Eure Erfahrungen aufbauen.

Nutzt Euer Material

Unser zweiter Tipp ist weniger banal, als er vielleicht im ersten Moment scheint. Benutzt Euer Material! Gerade am Anfang neigt man dazu, sich die nicht gerade günstigen Malmittel und besonderen Materialien für später aufzuheben – weil man ja noch übt. Das hat oft zur Folge, dass viele Dinge in der Schublade verstauben, was wirklich schade ist. Wartet nicht bis Ihr „besser seid“, sondern probiert aus und nutzt, was Ihr habt, um Euch in der kreativen Praxis weiterzuentwickeln.

Vertraute Malmittel

Ihr zeichnet gerne mit Buntstiften, habt schon mal Marker ausprobiert, oder Euch mit der Aquarellmalerei beschäftigt? Perfekt. Setzt bei der Gestaltung Eurer ersten Mixed Media Werke Malmittel ein, mit denen Ihr bereits vertraut seid. Wenn Ihr mit Aquarellfarben arbeitet, könnt Ihr zum Beispiel im ersten Schritt mit Farbstiften und Finelinern Akzente setzen. Indem Ihr vertraute Malmittel immer weiter ergänzt, bewegt Ihr Euch Stück für Stück aus Eurer Komfortzone und erweitert Euer künstlerisches Vokabular ohne Stress.

Aber keine Angst, für Mixed Media müsste Ihr keinesfalls virtuos zeichnen oder malen können. Wenn Ihr kein Malmittel habt, das Euch Sicherheit gibt, dann eignet sich das Gestalten einer Collage gut als Einstieg in die Mixed Media Kunst. Wählt verschiedene Materialien gerne (aber lange nicht nur) aus Papier, die Euch ansprechen und kombiniert sie so, wie es Euch gefällt. Der Vorteil ist, dass Ihr alles erstmal legen – und als Erinnerungsstütze auch abfotografieren – könnt, um im zweiten Schritt in Ruhe aufzukleben. Und dann traut Euch, die Collage mit Farbe zu erweitern. Gestaltet zum Beispiel einen Hintergrund und Übergänge, oder fügt ganz neue Elemente hinzu. Auch wenn Ihr dabei abstrakt bleibt, könnt Ihr so zum Beispiel tolle Farbspiele erzeugen!

Die richtige Reihenfolge

Wenn Ihr die Malmittel für Euer Projekt gewählt habt, recherchiert die richtige Reihenfolge des Farbauftrags. Denn nicht jede Farbe lässt sich auf der anderen verarbeiten. Ölfarben können zum Beispiel auf Acryl aufgetragen werden, mit Acryl auf Ölfarben zu malen funktioniert hingegen nicht.

Deckende Acrylfarben lassen sich gut auf aquarellierte oder anders farbig grundierte Hintergründe auftragen. Diese müssen aber zunächst gut durchtrocknen. Neben der Deckkraft erzeugt Ihr mit der pastösen Konsistenz noch tolle Effekte.

Wichtig ist auch, dass Ihr die Trocknungszeiten beachtet. Einige Farben können schnell oder unmittelbar übermalt werden (zum Beispiel Acryl). Andere (wie Ölfarben) benötigen sehr lange zum Trocknen. Beim Kleben ist es wichtig, die einzelnen Schichten gut trocknen zu lassen.

Auch innerhalb der Malmittel gibt es einige Reihenfolgen zu beachten. Mit wasserbasierten Farben wie Aquarellfarben solltet Ihr „von hell nach dunkel“ arbeiten, da sie nicht deckend sind. Ölfarben werden nach dem Prinzip „fett nach mager“ aufgetragen. Nehmt Euch nach der Wahl Eurer (neuen) Malmittel kurz Zeit, um nachzulesen, ob es Besonderheiten zu beachten gibt. Das erspart oft eine Menge Frust.

Schafft Euch kleine Kreativinseln

Ihr habt Lust bekommen, Euch in der Mixed Media Welt auszuprobieren? Unser abschließender Tipp lautet: Schafft Euch kleine Kreativinseln im Alltag. Auch wenn es grenzenlose Möglichkeiten gibt – das Arbeiten mit Mixed Media muss nicht zwangsläufig eine riesige Aktion sein. Und es geht nicht nur darum, vorzeigbare Werke zu schaffen. Auch kurze Kreativauszeiten im Alltag, bei denen Ihr kleine Fokuspunkte setzt, können viel Freude bereiten. Das kann zum Beispiel das Ausprobieren einer bestimmten Technik sein oder die Kombination zweier Malmittel. Haltet Eure kreativen Auszeiten gerne kurz, denn das macht es leichter, sie sich auch wirklich zu nehmen. Neben der Entspannung und Freude, nehmt Ihr wertvolle Ideen und Erfahrungen für die „großen“ Projekte aus ihnen mit.


Mixed Media Inspirationen

Stöbert mit dem Hashtag #mixedmedia mal auf Instagram und Pinterest. Die virtuellen Galerien kreativer Köpfe bieten jede Menge Inspiration für die Entwicklung von Bildideen und Motiven, die Malmittelauswahl und Materialfindung. Und dann – seid einfach mal grenzenlos! 🙂

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