Herzensempfehlung: Mein liebstes Briefpapier – Old Mill

handgeschriebener Brief auf dem Feinpapier Old Mill

Es ist schon ein Glück, wenn sich die Arbeit mit Themen verbindet, die einem auch nach Feierabend nie langweilig oder zu viel sind. Ich habe dieses Glück. Als absolute Papierliebhaberin arbeite ich quasi im Paradies. Laufend bin ich mit neuen Papieren und vielen spannenden Themen darum umgeben.
Immer wieder stelle ich fest, dass es bei der Anschaffung eines neuen Papiers ein bisschen wie beim Buchkauf ist. Mal ist man unwissend, mal ist man unentschlossen… In diesen Fällen ist es ist immer hilfreich, wenn jemand einen guten Tipp hat. Mein heutiger Herzens-Tipp für Euch, ist das italienische Feinpapier Old Mill. Warum das so ist, verrat‘ ich Euch jetzt…

So sehr ich die Vorteile der digitalen Welt schätze und nutze, so ausgeprägt ist mein Hang zum Analogen, wenn es ums Schreiben geht. Schon während meiner Schulzeit liebte ich es, mir stundenlang in dem Schreibwarenladen unserer Stadt Papiere und Stifte anzusehen. Alles wollte ich ausprobieren. Brauchen konnte ich immer mehr als mein Taschengeld hergab.

Einen Großteil davon habe ich in Briefpapier, Stifte, Blöcke, Mappen und ähnliches investiert. Nie hatte ich nur einen Füller oder einen Bleistift in meinem Federmäppchen. Ich erinnere mich, dass ich mich einmal einfach nicht entscheiden konnte, ob ich die eine oder die andere Designvariante eines Bleistifts lieber haben wollte. Also kaufte ich mir beide.

Schreiben an sich hat für mich etwas sehr entspannendes. Beim Schreiben kommen die Dinge in Ordnung. Schon immer habe ich das, was mich bewegt und wichtig ist, in irgendeiner Form handschriftlich festgehalten. Und dann ist da noch die Sache mit den Briefen. Wie die meisten liebe ich es Briefe zu bekommen. Vor allem aber liebe ich es, sie zu schreiben.

Franz Kafka wusste:

“ Wenn man einander schreibt, ist man wie durch ein Seil verbunden.“

Und ich weiß, Franz Kafka wusste, wovon er sprach.
Während meines Studiums zum Beispiel haben meine beste Freundin und ich über zehn Monate lang den Kontakt zwischen Deutschland und Spanien in Form von mehr als 50 Briefen gehalten. Telefoniert haben wir hingegen nur zwei Mal. Obwohl wir so weit voneinander entfernt waren, standen wir jeweils mitten im Leben der anderen. Auf diese ganz besondere Art, wie sie nur der Brief beherrscht. Diese Leidenschaft fürs Schreiben, für die dazugehörigen Utensilien, das Gestalten der Schriftstücke und fürs Papier ist ungebrochen.

Bei Papier Direkt hat sich eine große Welt schöner Papiere für mich eröffnet. Als ich hier angefangen habe, war das Papierbuch gerade in seiner 9. Auflage. Ich erinnere mich noch genau, wie ich das Buch andächtig Seite für Seite durchgeblättert habe. Das Papier, von dem ich beim ersten Anfassen sofort wusste: „Das muss ich haben.“, war das Feinpapier Old Mill. Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick. Ich habe nicht gezögert. Old Mill war das erste Papier, welches ich mir aus dieser großen Auswahl gekauft und zu mir nach Hause geholt habe.

Old Mill ist ein Papier mit einer ganz eigenen, puren Eleganz. Die Filzmarkierung gibt ihm eine feine, etwas raue Oberflächenstruktur. Seine Haptik ist im ersten Moment leicht stumpf. Gerade das macht das Papier aber angenehm griffig und gibt ihm etwas sehr natürliches. Sogar der Klang beim Blättern gefällt mir. Ich würde ihn den Altstimmen in einem Chor zuordnen.

Old Mill Papier in den Farben Hochweiß und Elfenbein
Das Papier Old Mill findet Ihr bei Papier Direkt
in den Farben Hochweiß und Elfenbein. (100 g/m² und 190 g/m²)

Beide Farbvarianten gefallen mir ausgesprochen gut, wobei ich die hellere einen Hauch lieber mag als das Elfenbein. Die Farbebezeichnung dafür lautet zwar Hochweiß, ist in Wahrheit aber ein leicht gebrochener, warmer Weißton.

Geschäftsbrief gedruckt auf Old Mill Papier in 100 g/m² mit passendem Kuvert

Old Mill ist für Laserdruck, Letterpress, Siebdruck bis hin zu verschiedenen Prägetechniken geeignet. Das Druckbild ist trotz der Filzmarkierung kompakt. Sowohl opulente Designs als auch minimalistischer Stil sind super darauf aufgehoben.

Einladungsbeispiel - Laserdruck auf Old Mill Papier 100 g/m²

Old Mill als Briefpapier

Vor allem aber liebe ich dieses Papier, weil es sich so wunderbar mit der Hand beschreiben lässt. Es ist das Papier, bei dem ich als Schreiber nicht mehr als einen guten Füller mit feiner Tinte und meine Gedanken brauche, um am Ende ein wunderschönes Schriftstück in den Händen zu halten.
Die Schönheit liegt einfach in diesem Papier.

Handgeschriebener Brief und adressiertes Kuvert mit Otto Hutt Füller
Der Brief wurde mit einem Füller (Otto Hutt, Design 06) geschrieben,
die Adresse mit einer Spitzfeder (Nikko-G) auf dem Umschlag kalligrafiert

Ich bin kein ausgewiesener Spezialist in Sachen Füllfederhalter und Tinten. Ich denke, da hat jeder seine Vorlieben und muss viel selbst probieren.
Was ich aber weiß ist, dass es Papiere gibt, die sich nicht mit jedem Stift gut vertragen. Bei mir waren auf Old Mill bereits alle möglichen Schreibgeräte im Einsatz. Angefangen bei meinen Füllern bis hin zu diversen Schreibfedern mit unterschiedlichen Tinten habe ich schon mit allem auf diesem Papier geschrieben und gestaltet. Für eine Auswahl aus meinem Fundus habe ich eine Schreibprobe für Euch erstellt.

Schreibproben mit Füllern und Gel Pen
Old Mill ist das ideale Papier, um mit dem Füller darauf zu schreiben.
Hier von oben nach unten: Lamy, Kaweco, Otto Hutt, Waldmann
Der oberste Stift ist ein Gel Pen von Muji

Die Kartonqualität von Old Mill bekommt durch die strukturierte Oberfläche etwas Voluminöses. Der 190 g/m² starke Karton kann in der Haptik und Griffikeit zum Teil problemlos mit etwas stärkeren Qualitäten anderer Papiere mithalten. Er lässt sich ebenfalls sehr gut beschriften und bedrucken. Ich selbst nutze den Karton gerne für Karten, Geschenkanhänger und ähnliches.

handgerissenes Papier Old Mill mit Brush Pen und Stempel
Handgerissene Kanten gelingen bei dem Old Mill 190 /m² besonders gut

Beim Reißen mit der Hand entstehen zum Beispiel sehr schöne, weiche Risskanten. Selbst das Nachaquarellieren von Brush Pens habe ich darauf schon ausprobiert. Die Malflächen dürfen nicht zu groß sein, da das Papier das Wasser schnell aufnimmt. Für kleinere Flächen funktioniert das Lavieren aber gut. Ihr müsst einfach etwas schnell sein. Stempel sehen auch schön darauf aus.

Old Mill Papier und Karton mit handgerissenen Kanten und Brush Pens
Auf dem Old Mill Karton könnt Ihr auch kleinere Flächen
mit wasservermalbaren Brush Pens gestalten.
So bekommt Ihr schöne Hintergründe für Stempelmotive, Kalligrafie und Lettering
für selbst gemachte Karten

Was soll ich sagen? Unter den Unmengen an Papieren, die ich mittlerweile besitze, ist und bleibt Old Mill, eins meiner liebsten. Deshalb kann und möchte ich es allen Briefeschreibern unter Euch uneingeschränkt ans Herz legen. Es macht einfach Freude darauf zu schreiben.
Es ist diese weiße Bluse bzw. dieses weiße Hemd, mit dem man immer passend und fein gekleidet ist, egal zu welchem Anlass. Das Stück, mit dem man sich immer wohl fühlt und sehen lassen kann, auch wenn einem mal nicht alles so ganz leicht von der Hand geht.

Aus Erfahrung weiß ich auch, dass es ebenso Freude macht, ein fertiges Schriftstück daraus in den Händen zu halten. Wer nicht gerne mit der Hand schreibt, kann natürlich auch wunderbar darauf drucken.

Kennt Ihr Old Mill schon oder habt Ihr nun Lust es selbst auszuprobieren?
Wir haben natürlich ein Probepäckchen, mit dem Ihr die Old Mill Papiere testen könnt. Das Papier ist natürlich FSC® zertifiziert. Es trägt außerdem das ECF Siegel und ist alterungsbeständig (ISO 9706).

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