Handgeschöpftes Papier aus der Papieroffizin – Altes Handwerk mit frischen Ideen

Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.

Handgeschöpftes Papier, also Papier das im Einzelbogen auf einem Schöpfrahmen von Hand in der Bütte geschöpft wird, ist in Deutschland eine Seltenheit geworden. Die Papieroffizin in Fürth versucht dieses alte Handwerk wieder neu zu beleben und bietet einen Raum für papierene Produkte und Experimente aller Art. Matthias Schwethelm, der Inhaber, stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Papier entsteht heutzutage klassischerweise in komplexen Industrieanlagen. Der Ausstoß einer Papiermaschine kann über 1.000 m pro Minute betragen, bei vielen Meter breiten Endlosbahnen. Das ist eine faszinierende Ingenieursleistung. Mit dem Handwerk, aus dem sich die Papierherstellung einmal entwickelte, hat das allerdings kaum noch zu tun. Das Wissen um die handwerkliche Papierherstellung ist ein Wissen, das langsam aber sicher verloren geht und mühsam wieder ausgegraben werden muss. Das durfte ich beim Aufbau der Papieroffizin feststellen.
 
Warum sich auch die Mühe machen, könnte man sich fragen, bei der Bandbreite, Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit der industriellen Papiere, die man all überall beziehen kann. Die Antwort der Papieroffizin: Weil handgeschöpftes Papier wie kein anderes die Seele dieses wunderbaren Materials einfängt und weil hier der faszinierende Vorgang der Entstehung mindestens ebenso wichtig ist, wie das fertige Produkt.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Den Entstehungsprozess von Papier hautnah zu erleben, ist eine Erfahrung, die Ihre Vorstellung von diesem, für unsere Kultur so zentralen, Werkstoff nachhaltig verändern kann. Die handwerkliche Annäherung eröffnet dabei zahlreiche Möglichkeiten des kreativen und künstlerischen Umgangs mit Oberflächen und Strukturen, Stärken, Farben und Formen und kann hier eine Nische besetzen: die Herstellung von Klein- und Kleinstauflagen ganz besonderer Papiere für ganz besondere Projekte. Meine Papiere erzählen alle eine Geschichte. Der echte Büttenrand erzählt vom sorgfältigen handwerklichen Prozess. Naturstoffe und Recyclingfasern berichten von ihrem Vorleben und zeugen von echter Nachhaltigkeit. Eingeschöpfte Materialien setzen Akzente und Pointen, während individuelle Wasserzeichen verborgene Erzählebenen eröffnen.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 

Handgeschöpftes Papier – Schritt für Schritt zum individuellen Papier

 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Die Papierherstellung beginnt in der Papieroffizin dabei bereits mit der Auswahl der Faser. Als Ausgangsmaterial stehen dem Handpapiermacher jede Menge Rohstoffe zur Verfügung; angefangen beim klassischsten Rohstoff, den Lumpen, sprich Textilabfällen in allen Farben und Formen. Doch auch die Natur bietet einiges an Fasermaterial und so entstehen auch aus Frischfasern, wie Spargelschalen, dem Japanischen Riesenknöterich oder Hopfenranken ganz besondere Papiere. Nimmt man noch industriell gewonnene Holz- und Pflanzenzellstoffe sowie Altpapiere als Recyclingrohstoff hinzu, wird klar, wie unendlich groß die Auswahl an Fasermaterial ist. Und jede Faser bringt dabei ihre ganz eigenen, manchmal überraschenden Eigenschaften mit sich.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Diese Rohstoffe werden bei der Handpapierproduktion durch Kochen, Zerkleinern, Stampfen und Mahlen in einem speziellen Mahlwerk, dem sogenannten Holländer, zu einem Faserbrei aufbereitet. Die Art und Weise der Vorbehandlung der Fasern bestimmt hier die späteren Papierqualitäten, weit mehr als alle späteren Schritte. Deswegen wird große Sorgfalt und auch jede Menge Zeit in die Herstellung des Faserbreis, der Pulpe, gesteckt.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Verdünnt man den Faserbrei nun in einer Bütte und zieht geschickt ein Schöpfsieb hindurch, kann man beobachten, wie sich in einem geheimnisvollen Zusammenspiel aus Wasser und Fasern das Papiervlies bildet, das nun noch auf Filze übertragen, stark gepresst und schließlich getrocknet werden muss. Zugegebenermaßen ein sehr aufwändiger Prozess. Aber einer, der ungeahnte, kreative und spielerische Möglichkeiten bietet.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
So ist die Papieroffizin in der Lage, verschiedenartigstes handgeschöpftes Papier und Kartons in Grammaturen von 20 g/m² bis 600 g/m² und Formate von Visitenkarten bis etwa DIN A0 von Hand herzustellen. Dies geschieht meist in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die ich gerne bei der Entwicklung eines ganz eigenen Papieres für ein geplantes Projekt unterstütze. Umso exotischer desto besser. Ob Schuhkartons oder Wespennester, Gold oder Hundehaare, so sind schon viele außergewöhnliche Zutaten in meinen Papieren gelandet. Nur etwas Zeit sollte man mitbringen. Verlässt man die bewährten und gut ausgekundschafteten Pfade industriellen Papiers sind manchmal einige Tests nötig, bis das ganz individuelle Papier gefunden und produziert, sowie etwa die richtige Drucktechnik für die weitere Verarbeitung gefunden ist. Begibt man sich aber auf dieses Wagnis, wird man mit einem Papier belohnt, das es so kein zweites Mal gibt.
 
 

Experimentieren Sie in Workshops mit handgeschöpftem Papier

 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 
 
Wer nicht gerade selbst nach Papier sucht, dessen Interesse an dem Prozess jetzt aber trotzdem geweckt wurde, der kann auch gerne einen unserer Kurse buchen und sich selbst als Papiermacher ausprobieren. Unter dem Titel FASER, FORM & FARBE versammelt die Papieroffizin Expertenwissen rund ums Papier. Wissen, das Sie in vielfältigen Workshops erlernen können! Lokale und auswärtige Künstler und Experten vermitteln hier in spannenden Kursen Techniken und Wissen von der Handpapierherstellung über Buchbindetechniken bis hin zu Hoch- und Tiefdruckverfahren. Wir freuen uns auf Sie, ob einzeln oder als Gruppe.
 
 
Matthias Schwethelm stellt Ihnen die Papieroffizin heute in einem Gastbeitrag vor und zeigt Ihnen den Zauber, den ein handgeschöpftes Papier innehat.
 


 
Wir danken Matthias Schwethelm für diesen Gastbeitrag, in dem er uns seine Papieroffizin und handgeschöpftes Papier vorstellt und den Zauber eines handgeschöpften Büttenpapiers vermittelt.
 
FOTOS:
Simeon Johnke
Matthias Schwethelm
 
 

Teilen Sie diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.