Herbstliche Gouache Inspirationen auf Toned Paper & Naturpapieren mit Nadine Bieg

Herbstliche Gouache Motive von Nadine Bieg - Titelbild zum Papier Direkt Gastbeitrag

Nadine Bieg (@konfettirausch) ist der Gouache und ihren vielseitigen Möglichkeiten schon seit ein paar Jahren verfallen. Damals hat sie unverhofft eine Gouache Tube geschenkt bekommen und sagen wir mal so: Die Tube blieb nicht lange allein.

Das flächig Matte und die deckende Eigenschaft der Farbe sorgt für spannende Ergebnisse und ist bei vielen Künstler:innen beliebt. Und Achtung, Gouache eignet sich als Medium auch besonders für Anfänger! 🙂 Für einen gelingenden Start empfehlen wir Euch unser Interview mit Regina Braun zum Einstieg in die Gouache Malerei.

Wie unfassbar vielseitig das Malmittel ist, zeigt Euch Nadine in diesem Gastbeitrag. Sie stellt Euch verschiedene Einsatzmöglichkeiten vor und liefert Euch dabei auch eine Menge Tipps zum Umgang mit den Farben. Ihr erfahrt außerdem, wie man die Wahl des Papiers aktiv in den Gestaltungsprozess einbindet. Nadine zeigt Euch, dass Ihr Papier nicht als bloßen Träger der Farbe sehen solltet, sondern als Element in der Gestaltung Eurer Werke. Gouache funktioniert nämlich auch super auf farbigen Papieren (Toned Paper) und Naturpapieren! Schaut Euch an, was sie auf unsere Papiere und DIY Karten gezaubert hat. Ihre Werke versprühen eine wunderbare Herbststimmung und liefern Euch Inspiration für Motive in der goldenen Jahreszeit.


Zeichnen mit Gouache

Funghi Potpourri auf Tintoretto Ceylon Bordeauxrot DIN A4 250 g und „Grow Wild“ Baumpilz auf Colorplan DIN B6 Karte Bright Red.

Ja, richtig gehört: Auch wenn es sich bei Gouache um eine Farbe aus der Tube handelt, kann man sie so aufbereiten, dass man sie zum Zeichnen verwenden kann. Dazu muss man die Farbe entsprechend mit Wasser verdünnen, sodass sie einfach vom Pinsel fließt und einen durchgehenden Strich gewährleistet. Im besten Fall verwendet Ihr einen dünnen Rundpinsel mit synthetischen Haaren in der Größe 0. Für schöne Ergebnisse eignen sich Motive, die detailreich sind, wie zum Beispiel Pilze, bei denen man die Unterseite des Pilzes mit den Lamellen sehen kann.

Es lohnt sich eine kontraststarke Farbe zum Papier zu verwenden, damit sich das Motiv auf dem Papier hervorhebt. Das muss aber nicht unbedingt eine dunkle Zeichnung auf hellem Papier sein, Ihr könnt auch eine helle Zeichnung auf dunklem Papier anfertigen. Das ist möglich aufgrund der deckenden Eigenschaft der Gouache.


Flächig malen mit Gouache

Strukturierte Papiere wie Kraftpapier eignen sich prima für flächige Gestaltungen, da ihre Strukturen durch die großflächig bemalten Gouacheflächen leicht durchscheinen können.

Natürlich ist es auch möglich, die Gouache flächig einzusetzen. Mit einer farbigen Fläche kann man zum Beispiel die Umrisse eines Motivs umranden und so mit dem Negativraum spielen. Auch hier bietet sich eine kontraststarke Farbe an. Damit die Fläche ebenmäßig wird, solltet Ihr die Gouache ebenfalls ein wenig mit Wasser verdünnen, sodass sie sich gut mit dem Pinsel aufstreichen lässt. Verwendet in jedem Fall einen breiten Flachpinsel, damit Euch das einfach gelingt. Je nach Papier braucht Ihr mehr oder weniger Wasser, denn es gibt Papiere, die durstiger sind als andere. An den Rändern könnt Ihr die Gouache auch etwas trockener auftragen, denn so entstehen ungenaue Ränder, die einen schönen Effekt haben können.


Große Letterings mit Gouache

Trocken aufgetragenes Gouache Lettering „Sweater Weather“ auf Tintoretto Ceylon Weißherbst (Rosé) in DIN A4, 250 g.

Eben diesen Effekt kann man sich auch bei Letterings zunutze machen. Wenn Ihr einen breiten Flachpinsel verwendet und die Farbe nicht zu flüssig anrührt, kann es beim Malen der Buchstaben passieren, dass die Farbe nicht konsequent haften bleibt. Das Papier scheint durch, was ein interessanter Effekt sein kann. Wenn Ihr diese Technik anwendet, setzt keine Schatten unmittelbar an den Buchstaben an, denn das würde den Effekt verringern.


Kleine Letterings mit Gouache auf bunten Papieren

Gouache Letterings auf quadratischen Colorplan Briefumschlägen 155 x 155 mm Rust / Rost und Bagdad Brown / Mokkabraun.

Das Schöne am Arbeiten mit Gouache und farbigen Papieren (Toned Paper) ist, dass man nicht viel Farbe oder viele Details braucht, um ein schönes Werk zu erstellen. Bei Letterings auf kleineren Karten empfehle ich nach dem Motto „weniger ist mehr“ vorzugehen und von einer Schrift mit gleichbleibendem Kontrast auszugehen. Als Gestaltungselement würde ich zusätzlich zum Schatten höchstens noch eine Inline empfehlen. Mit diesen drei Elementen (Buchstabenform, Schatten und Inline) könnt Ihr ganz schnell einfache, aber besondere Letteringkarten zaubern.

Um etwas Varianz reinzubringen, könnt Ihr die Buchstabenfarbe abwechseln („Let’s go nuts“ auf quadratischer Muskat Kraftpapier Klappkarte). Wenn Euch mehr Platz zur Verfügung steht, könnt Ihr auch neben unterschiedlichen Wortfarben kleine feine Details in den Buchstabenstamm einarbeiten („Collect mushrooms not things“ auf Colorplan Nubuck Brown / Lederbraun DIN A4 250 g).



Muster mit Gouache

Pilze von unten und Eicheln in Herbstfarben auf Countryside Natur Weißdorn DIN A4 250 g.

Der Herbst ist Sammelzeit. Auch auf dem Papier kann man Muster und Farben sammeln. Habt Ihr schon einmal Muster mit Gouache gemalt? Falls nein, dann sei euch an dieser Stelle gesagt, dass es eine wunderschöne Möglichkeit ist, die Herbststimmung zu Papier zu bringen. Für mich persönlich ist das eine Art Meditation, die all die Formen und Farben der Natur feiert. 

Ich gehe dabei gerne flächig vor und arbeite mit einer festgelegten Farbpalette, die nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen muss. Ich mag neue oder ungewöhnliche Blickwinkel und gebe so den Mustern einen neuen Twist. Wenn Ihr das auch mal ausprobieren wollt, greift doch zu einem Naturpapier. Die kleinen feinen wiederkehrenden Unregelmäßigkeiten auf dem Papier sind an sich schon ein eigenes Pattern und eignen sich deswegen hervorragend für Eure Gouache Muster.


Last but not least: Realitätsnahes Malen mit Gouache

Natürlich kann man mit Gouache auch realitätsnahe Malereien anfertigen. Ich habe beispielsweise zwei Pilze gemalt, einmal mit naturgetreuen Farben und einmal mit Fantasiefarben. Um den Bildern einen Rahmen zu geben, habe ich die Hintergründe flächig ausgemalt und die Pilzform ausgespart. Erst nach dem Hintergrund habe ich das eigentliche Motiv begonnen. Bei der Auswahl des Papiers könnt Ihr Euch in der Farbwelt Eures Motivs bewegen (Boletus Badius), oder auch gänzlich davon abweichen (roter Pilz auf blauer Karte). Interessant finde ich es auch, wenn man an manchen Stellen die ausgesparte Farbe des Papiers nicht komplett übermalt, sondern für das Motiv nutzt. So ist die Unterseite des roten Pilzes nicht bemalt, aber blau wie das durchgefärbte Colorplan Papier. 

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinen Beispielen und Ideen inspirieren zur Gouache und zu bunten Papieren zu greifen. Auch wenn Ihr noch unsicher seid: Einfach machen. Das Gute an Gouache ist ja, dass man alles wieder überpinseln kann…

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Nadine für den spannenden Einblick in die Einsatzmöglichkeiten von Gouache, die zauberhaften Herbst-Inspirationen und sind dann mal im Wald auf Motivsuche! 🙂


Die Autorin über sich

Hallo, ich bin Nadine, freiberufliche Illustratorin und Gestalterin und wohne am Meer in den Niederlanden. Mit konfettirausch habe ich meinen kreativen Ideen & Produkten ein Zuhause gegeben.

Ich liebe das Analoge und Handwerkliche, Gouache und Mixed Media allen voran, mein Skizzenbuch, besonderes Papier, das Alphabet und auch das Stempelschnitzen. Und wer weiß schon so genau, welche neuen Techniken noch so auftauchen und in meiner Mixed Media Welt ein Plätzchen finden? Mit meinen Produkten gebe ich konkrete Tipps und Hilfestellungen zum Kreativsein. In den Creative Shorts dreht sich alles um 7 kleine und schnelle Mixed Media Projekte für‘s Skizzenbuch. In der Netten Palette hingegen gibts jede Menge Informationen und Inspirationen zum Arbeiten mit Farbpaletten.



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Copyright-Hinweis: Alle Bilder in diesem Artikel (außer Portraitbild) © Nadine Bieg.
Portraitbild © Andrea Kiesendahl.

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