Die Farbpalette von Vincent van Gogh im Werk „Fischen im Frühling“

Papiermix rund um die Farbpalette von Van Gogh in seinem Werk "Fischen im Frühling"

Wolltet Ihr immer schon einmal in die Welt von Vincent van Gogh eintauchen? Heute habt Ihr die Gelegenheit, die Farbpalette von Van Gogh in seinem Werk „Fischen im Frühling“ kennenzulernen und passende Papiere dazu zu entdecken. Findet mit uns heraus, wie Van Goghs Malerei nicht nur Landschaften abbildet, sondern er seine Welt auch in Farbe und Textur übersetzt. Mit diesem genussvollen Blick auf Farbe zeigen wir Euch die Papiere für eine Papeterie ganz in der Color Palette von Van Goghs Gemälde des Fischers auf der Seine.

Die drei Maler, deren Leben und Farbwelten wir Euch seit Januar hier im Blog präsentiert haben, verbindet eine (bedeutende) Gemeinsamkeit: August Macke, Franz Marc und Vincent van Gogh starben sehr früh. Dennoch waren sie in diesem kurzen, künstlerischen Schaffen enorm produktiv.

Im Fall von Vincent van Gogh sprechen wir von über 900 Gemälden und 1.000 Zeichnungen. Diese sind mehrheitlich in den 10 Jahren vor seinem Tod entstanden sind, da er sich erst mit 27 Jahren voll der Malerei zuwendete.

Dank zahlreicher Werke und einer langen Liste von Briefen an seinen Bruder Theo weiß die Kunstgeschichte auch viel über die Wünsche, Ideen und Sorgen des Vincent van Gogh.

In seinen Bildern werden Farbe und Pinselduktus zum Ausdrucksmittel für Emotion, Bewegung, Körperlichkeit und Kontrast. Im Papiermix, den wir für Euch aus der Colorpalette von Van Gogh im Werk „Fischen im Frühling“ ableiten, setzen wir deshalb nicht nur auf eine Kombination von Farben. Es geht auch darum, im Mix verschiedener Oberflächen eine lebhafte Haptik zu erzeugen.

Kurzbiografie von Vincent van Gogh

  • Vincent van Gogh wird am 30. März 1853 in der niederländischen Stadt Groot-Zundert geboren. Er wächst mit fünf Geschwistern als Sohn eines Pfarrers und einer Buchbinderin auf.
  • Im Juli 1869 bricht er die Schule ab und beginnt eine Ausbildung in der Kunsthandlung Goupil & Co in Den Haag.
  • Nach einer Episode in der Londoner Filiale bittet er um die Versetzung nach Paris. Hier probiert er sich anschließend in verschiedenen Rollen: Erst Hilfslehrer, dann Pfarrer, später Prediger und Volontär in einer Buchhandlung. Für ein Theologiestudium, das er kurzzeitig beginnt, kehrt er zurück in die Niederlande.
  • Im Alter von 27 Jahren entschließt Van Gogh sich, Maler zu werden. Um mit Künstler:innen in Kontakt zu kommen, zieht er nach Brüssel. Sein Bruder Theo unterstützt ihn finanziell.
  • In Brüssel zeichnet er Landschaften und Bauernleute. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande arbeitet Van Gogh in Nuenen, wo er über 180 Gemälde malt. Darunter eines seiner Hauptwerke: „Die Kartoffelesser“. Seine Gemälde sind bestimmt von winterlichen Landschaften und Portraits in dunklen Farben.
  • Mit 32 Jahren geht er erneut nach Paris und kommt seinem Bruder Theo wieder näher. Der Impressionismus beeindruckt ihn und ermöglicht ihm den Zugang zu einer helleren Farbpalette, die kontrastreicheres Malen zulässt.
  • Das Gemälde „Fischen im Frühling“ (im Französischen Pont de Clichy) entsteht im Frühjahr des Jahres 1887.

An dieser Stelle wenden wir uns ganz diesem Gemälde zu. Mit Euch tauchen wir in diesen Frühlingsmoment an der Pont de Clichy ein. Wie es im Leben und künstlerischen Schaffen von Vincent van Gogh weitergeht, erfahrt Ihr in unserer Künstlervorstellung in zwei Wochen. Dort erfahrt Ihr auch, wie es dazu gekommen ist, dass er einen Teil seines Ohres verliert.

Von Van Gogh wird häufig behauptet, sein Talent wäre zu Lebzeiten nicht aufgefallen. Das ist nicht richtig. Pére Tanguy und einige Zeitgenossen der Pariser Szene waren sich bewusst, dass Van Gogh ein unglaubliches Talent besaß. Gleichzeitig war der Maler aber auch ein besonderer Charakter. Es schien schwierig zu sein, mit ihm auszukommen. Seine Werke wurden unmittelbar nach seinem Tod berühmt. Sie gelten als Startpunkt der modernen Malerei und erzielen heute in Auktionen Millionenpreise.

Randnotiz: Ein Mann spielte in Vincent van Goghs Leben neben seinem Bruder sicher eine besondere Rolle. Seinen Namen haben wir gerade gehört: Julien Francois Tanguy, von allen Père Tanguy genannt. Tanguy war ein französischer Farbenhändler und Kunstförderer. Viele Künstler:innen des Pariser Impressionismus und Post-Impressionismus kauften bei ihm Farben und Leinwände. Auch Van Gogh bezahlte ihn dafür häufiger mit Gemälden, die Tanguy in seinem kleinen Schaufenster ausstellte und verkaufte. Wie man den Briefen an seinen Bruder Theo entnehmen kann, war die Beziehung Van Goghs zu Père Tanguy von Höhen und Tiefen geprägt. Es ist aber unbestritten, dass dieser auf das künstlerische Schaffen des Malers großen Einfluss hatte. Vincent malte mehrere Portraits des Händlers, welche dieser zu seinen Lebzeiten nicht verkaufte.


Die Vorlage für unsere Farbpalette – Van Goghs Gemälde „Fischen im Frühling“

Vorlage für unsere Farbpalette: Van Goghs "Fischen im Frühling" als Kunstpostkarte auf einem Klemmbrett.
Postkarte von Van Goghs „Fischen im Frühling“.
Das Original: Ölgemälde von 1887, 50,5 x 60 cm,
ausgestellt im Art Institute of Chicago

Auf dem Motiv „Fischen im Frühling“ ist die Seine zu sehen. Der Fluss windet sich wie eine große Schlange durch Paris und seine Vororte. Ganze 37 Brücken überspannen sie in diesem Gebiet. Eine dieser Brücken ist die Pont de Clichy, die französische Namensgeberin dieses Gemäldes. Während seiner Zeit in Paris sucht Vincent van Gogh diesen Ort immer wieder auf. Die Brücke und die Flussufer hält er in mehreren Gemälden und Skizzen aus unterschiedlichen Perspektiven fest.

An diesem Tag zeigt Vincent van Gogh den Blick auf den Fluss und die Brücke von einem Platz ganz nah am Ufer. Zusammen mit dem Maler sitzen wir zwischen Büschen und Bäumen und schauen auf zwei Ruderboote, die auf dem Fluss treiben. Ein einzelner Angler sitzt ruhig im hinteren Boot. Unser Blick auf den Angler wird zur linken Seite von den Stämmen eines Baumes und rechts von ein paar Zweigen eingerahmt. Im Hintergrund sehen wir das gegenüberliegende Ufer und die Brücke, auf der einige Fußgänger spazieren.


Die Farben in Van Goghs Werk „Fischen im Frühling“

Dem Pointilismus (laut Duden ein Stil des Neoimpressionismus, bei dem sich durch Malerei mit ungemischten Farbtupfern die Mischung der Nuancen erst optisch vollzieht) der Impressionisten gibt Van Gogh durch seinen dynamischen Malstil und den leidenschaftlichen Farbauftrag eine Eindringlichkeit und Persönlichkeit. Er ist damit Teil eines Post-Impressionismus, der Elemente und die Formsprache des Expressionismus prägen wird.


Van Gogh malte das Landschaftsbild auf Leinwand. Üblicherweise grundierte er diese selbst. Die Ölfarben sind in der Impasto-Technik aufgetragen. Dabei werden die Farben sehr dick aufgetragen. Der Pinselstrich oder die Abdrücke des Malmessers sind dabei deutlich zu erkennen, teils arbeiten die Künstler:innen sogar direkt aus der Tube. Die Töne werden dabei direkt auf der Leinwand und nicht vorher auf der Palette gemischt. Die reliefartige Struktur, die auch nach dem Trocknen erhalten bleibt, zeigt den Ausdruck der Künstler:innen und steigert die Kontraste. Durch den Duktus von Pinsel oder Messer können die Maler:innen nicht nur Bewegung im Bild darstellen, auch die Emotionen der malenden Person werden mit der Technik dargestellt.


In einem der zahlreichen Briefe an seinen Bruder Theo schrieb Vincent am 2 September 1882:


„Manchmal verlangt das Sujet nach weniger Farbe, manchmal verlangt das Material, die Natur der Sujets selbst nach Impasto“.

Vincent van Gogh

In der Farbpalette des Werks „Fischen im Frühling“ arbeitet Van Gogh grob betrachtet mit drei Farben: Grün, Blau, Weiß. Diese fächert er aber in viele unterschiedliche Nuancen und Schattierungen auf. Das Weiß des Himmels zeigt sich noch recht flächig. Das Grün der Pflanzen und das Blau des Wassers hingegen bestehen aus hunderten einzelnen Tupfern, deren Töne sich verbinden und die ganze Szene in einem frühlingshaften Licht zeigen.

Diese gelbgrünen, hellblauen und weißen Abstufungen dominieren das Bild. Einen Kontrast dazu bilden Dunkelblau und Braun. Auf dem Baumstamm setzt Van Gogh einige kleine Akzente in Rot und steigert den lebendigen Eindruck der Landschaft.


Farbpalette des Gemäldes "Fischen im Frühling" von Van Gogh.
Helles und dunkles Blau, frühlingshaftes Grüngelb und Beige sowie Weiß und ein helles Rot. Das sind die Farben in Van Goghs Gemälde.

Vom Umzug nach Paris und der Entdeckung einer helleren Farbwelt profitiert die Color Palette von Van Gogh enorm. Erst hier kann sich das Spektrum und der Kontrastreichtum entwickeln, für den Van Gogh heute so geschätzt wird.

Leider scheint diese Brillanz nicht ewig zu währen. Die Pigmente in Van Goghs Ölfarben verlieren über die Zeit deutlich an Intensität. Forscher:innen arbeiten aktuell daran, wie sie die Konditionen in den Museen optimieren können, um den Prozess zu verlangsamen.
Wir konservieren die Farbpalette von Van Gogh für Euch in einem Papiermix.


Van Goghs Colorpalette in Papieren aufgegriffen

Materialmix verschiedener Papiere zur Farbpalette von Van Gogh
Colorplan, Tintoretto Ceylon, Graspapier und Crush. Diese Sorten
geben die Töne in Van Goghs Farbpalette exzellent wieder.

Zwei Gedanken haben unseren Versuch angeleitet, die Töne aus der Farbpalette von Van Gogh im Werk „Fischen im Frühling“ in einen Mix aus Papieren zu übertragen:


  1. Wir wollen die natürlichen Farbtöne möglichst genau abbilden
  2. Die kontrastreiche Oberfläche der Impasto Malerei geben wir mit strukturierten Papieren wieder.

Basis für unseren Papiermix sind die drei dominanten Farben aus Van Goghs Gemälde. Das Gelbgrün der Bäume und Büsche bilden wir mit Crush Olive, Graspapier und Green Tea Büttenkarten ab. Das helle Blau der Seine greifen wir in Colorplan Azure Blue auf. Das Weiß des Himmels holen wir mit dem weißen Büttenpapier ins Bild.

Wie Vincent van Gogh setzen wir mit zusätzlichen Farben Akzente. Tintoretto Ceylon in der Wacholderblau ist der tiefe Blauton, der auch im Bild auftaucht. Die schattige Unterseite der Brücke zeigt diesen Farbton genauso wie das dunklere Wasser, welches die Boote umspült. Colorplan Stone steht für die hellen und wärmenden Brauntöne, die wir auf dem Stamm im Vordergrund sehen. An dieser Stelle lohnt es sich, noch einmal genauer hinzuschauen. Vincent van Gogh hat einige kleine Punkte kräftigen Rots auf den Stamm aufgetupft. Diese sind wenig dominant, sorgen aber für eine wunderbar leuchtende Bildstimmung. Dieses Leuchten wollen wir auch in unserem Materialmix festhalten und haben deshalb noch zwei Schnipsel Colorplan Bright Red mit in den Papiermix gelegt.


Der Papiermix aus Crush, Graspapier, Büttenpapier, Tintoretto Ceylon und Colorplan rund um das Motiv der Pont de Clichy von Van Gogh.

Ihr solltet dem Reiz widerstehen, im Museum ein echtes Ölgemälde zu berühren. Mit unserem Mix verschiedener Papiere ist es anders. Wir haben hier Papiersorten zusammengebracht, die allesamt eine Oberfläche bieten, die zum Anfassen einlädt. Die filzmarkierte Struktur des Tintoretto Ceylon erinnert an Künstlerpapiere. Die leicht raue Haptik von Colorplan wird vom weichen Büttenpapier gekontert. Und das Graspapier – ja das ist haptisch wie optisch wirklich einzigartig und sollte unbedingt einmal den Weg in Eure Hände finden!

Das ist unser Papiermix zur Farbpalette von Van Gogh:


Wir haben diese Kombination noch einmal auf fünf Papiere reduziert und für Euch eine Papeterie geschaffen, die den frühlingshaften Eindruck des Bildes aufgreift.


Papeterie passend zur Farbpalette von Van Gogh
Die Papeterie als Ergebnis unserer Beschäftigung mit der Farbpalette von Van Gogh: Graspapier Briefumschlag und Büttenpapiere auf Tintoretto Ceylon und Colorplan Papieren.

Den hellroten Akzent setzt Ihr dazu vielleicht am besten selbst – mit einem hübschen Brushlettering oder einer roten Tusche für Eure Kalligrafie. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Teilen Sie diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.